Die Piraten entern die Hüsunginsel

Piraten entern die Hüsunginsel

Zwei Piraten auf der Hüsunginsel

Am späten Freitagnachmittag hieß es »Piraten Ahoi« auf der Hüsunginsel. Steffen Burger, frisch gewähltes Mitglied der Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung war zusammen mit »Kunterbunt« der Einladung der Hüsunganwohner gefolgt, sich ein Bild vor Ort zu machen. Sehr bemerkenswert war die große Ernsthaftigkeit, mit der die beiden Vertreter der Piraten-Partei sich die Anliegen anhörten. Warum, das wurde schnell klar, denn diese junge Partei tritt sehr entschieden dafür ein, dass Bürgerbeteiligung dann erfolgen muss, wenn Eingriffe ins unmittelbare Wohnumfeld vorgenommen werden sollen. In diesem Sinne ist rund um die geplanten Arbeiten an der Hüsunginsel so einiges nicht optimal gelaufen: Es gab zwar eine Informationsveranstaltung des Bezirksamtes im Oktober 2010. Eine Skizze zu den Hüsungplanungen für gefühlte fünf  Sekunden zu zeigen, dürfte mit Bürgerbeteiligung nach Sichtweise der Piraten-Partei nichts zu tun haben, wie ein Anwohner sagte. Kein Wunder, dass kurz darauf eine Unterschriftenaktion durchgeführt wurde.

Im weiteren Gespräch wurde beraten, welche Handlungsmöglichkeiten es noch gibt, um die Arbeiten auf der Hüsunginsel in sinnvolle Bahnen zu lenken. Seitens der Anwohnerinnen und Anwohner wurde – bei aller Kritik – zunächst deutlich gemacht, dass der Denkmalschutz generell nichts Schlechtes sei. Schließlich sei dieser Zustand nicht neu. Aber anders als bei der Neugestaltung im und ums Hufeisen richte sich die Stimmung nahezu einheitlich gegen die Planungen des Bezirksamtes. Eine langjährige Anwohnerin brachte es auf den Punkt: »Wir haben schon viele verschiedene Bewuchsformen der Hüsunginsel erlebt. Aber die jetzige ist bisher die gelungenste. Und die Bäume haben wir schon einmal vor der Kettensäge gerettet. Das muss uns jetzt wieder gelingen.«

Die Vertreter der Piraten-Partei konnten dem Alternativvorschlag der Anwohnerschaft einiges abgewinnen. Warum auch sollte ein Konjunkturpaket in einem ganz kleinen Teil nicht kurzfristig die Nachfrage, sondern diese einen deutlich längeren Zeitraum anreizen? Und die Forderung der Hüsung-Anwohnerschaft zielt auf Nachhaltigkeit pur: Zehn Jahre Pflege statt einmaliger Sanierung der Hüsunginsel nach landschaftsarchitektonisch historisierenden Plänen.

Abschließend wurde darüber geredet, dass die Bäume auf der Hüsunginsel wohl nur in einem parteiübergreifenden Miteinander gerettet werden können. Da ist es ein besonders gutes Zeichen, dass Vertrerinnen und Vertreter der Grünen, der CDU und der SPD schon da waren.

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